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In der Schweiz müssen sich Jugendliche besonders früh entscheiden, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen. Dank der Durchlässigkeit des Bildungssystems gibt es jedoch kaum Sackgassen. Wichtig ist, dass man seine Möglichkeiten kennt.

Wer vom bartlosen Jungen im viel zu grossen Anzug am Schalter bedient wird, darf selbst ohne Blick auf das Namensschild vermuten, dass es sich dabei um einen Lernenden handelt, der bereits im zarten Alter von 16 die ersten Schritte im Berufsfeld geht. Diejenigen, die sich gegen eine Lehre und für einen vorerst schulischen Weg entscheiden, haben eine
etwas längere Gnadenfrist. Doch früher oder später drängt sich auch bei den Gymnasiasten die Frage auf: «Wie geht es weiter?»

Die Möglichkeiten, die sich jungen Menschen in der Schweiz bieten, sind sehr vielfältig. Diese Vielzahl an Optionen kann dazu führen, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Die gute Nachricht: Da das Schweizer Bildungssystem sehr durchlässig ist, gibt es viele Wege, die ans Ziel führen.

Berufserfahrung öffnet Türen

Wer beispielsweise nach der gymnasialen Matura genug vom theoretischen Schulalltag hat, verbaut sich mit einem Zwischenjahr in der Arbeitswelt nichts – im Gegenteil: Berufliche Erfahrung ist oftmals Voraussetzung, um an der Fachhochschule aufgenommen zu werden. Somit stehen einer Gymi-Maturandin nach einem Berufsjahr die Türen der Universität sowie der Fachhochschulen offen und sie kann sich für den Hochschultyp entscheiden, der besser zu ihr passt.

Umgekehrt haben Leute aus der Berufswelt immer die Möglichkeit, sich schulisch weiterzuentwickeln. Diejenigen, die ein Berufsmaturitätszeugnis vorweisen können, qualifizieren sich für ein Studium an einer Fachhochschule. Wer eine Lehre ohne BMS hat, kann sein Studium an der Höheren Fachschule absolvieren. Bei erfolgreichem Bestehen dieser, ist ein Wechsel an eine Fachhochschule möglich, wo man einen Bachelor oder sogar einen Master absolvieren kann.

Von der Schreinerlehre zum Medizinstudium

Wer nach dem Fachhochschul-Bachelor für den Master an die Universität wechseln will, kann dies unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls tun. Die Anforderungen sind je nach Universität und Studiengang unterschiedlich. Beispielsweise gibt es Unis, die einen Notenschnitt von 5.0 für die Aufnahme voraussetzen. Falls sich jemand nach der Schreinerlehre mit BMS doch für eine Medizinkarriere entscheidet, kann den benötigten Wissensstand durch die einjährige Passerelle erlernen.
Durch das Bestehen der Ergänzungsprüfung ist man auch an Universitäten zugelassen. Wer Medizin studieren möchte, muss aber in den meisten Fällen den Numerus clausus oder einen Eignungstest ablegen.

Ebenfalls viele Wege führen an die Pädagogische Hochschule (PH), an der man sich zur Kindergärtnerin, zur Primar- oder Seklehrperson ausbilden lassen kann. Wer über eine gymnasiale Matura verfügt oder die Ergänzungsprüfung der Passerelle erfolgreich absolviert hat, wird direkt zugelassen. Berufsmaturanden müssen zuerst eine Aufnahme- beziehungsweise eine Ergänzungsprüfung bestehen. Um sich auf diese Prüfung vorzubereiten, bietet die PH verschiedene Vorkurse an.

Von den Erfahrungen der Studierenden profitieren

Wenn man im Jugendalter noch nicht genau weiss, wo man später beruflich hinwill, ist das kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, sich frühzeitig einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu verschaffen. Besonders wertvoll sind Erfahrungen von denjenigen, die das potenzielle Wunschstudium schon absolviert haben. eduwo ist die grösste Bildungsplattform der Schweiz, auf der Studierende ihre Erfahrungen zum Studium teilen. Ausserdem können sich Studieninteressierte auch mit Experten in Verbindung setzen, um individuelle Fragen zu stellen. Das bringt viel Licht ins Dunkle und macht die Wahl des passenden Studiums ein grosses Stück einfacher.

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