Überzeugen im Bewerbungsgespräch

Du hast es geschafft! Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch! Dein Lebenslauf und Anschreiben waren überzeugend und das Unternehmen möchte dich nun persönlich kennenlernen. Die erste Hürde ist somit überwunden und du bist deinem Traumjob einen Schritt näher. Jetzt gilt es, den/die Recruiter/-in auch im persönlichen Gespräch von dir zu überzeugen. Hier spielt die richtige Vorbereitung ein grosse Rolle. In diesem Artikel erfährst du wichtige Tipps, damit dein Bewerbungsgespräch ein voller Erfolg wird.

Tipps für das Bewerbungsgespräch

Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch

Vorbereitung ist alles! Nichts macht einen schlechteren Eindruck, als unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch zu gehen! Nehme es also nicht auf die leichte Schulter und bereite dich gut vor, du möchtest ja schliesslich einen guten Eindruck hinterlassen.

1. Website anschauen

Die erste Anlaufstelle für deine Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch ist die firmeneigene Homepage. Hier findest du alle möglichen Informationen über das Unternehmen. Notiere die unbedingt einige Eckdaten. Dazu zählen neben den Namen der Gründer auch das Gründungsjahr und die Kerntätigkeit des Unternehmens. Beim durchstöbern der Website kommen vielleicht schon einige Fragen deinerseits auf, die du während des Bewerbungsgespräch stellen willst.

2. Social Media

In den letzten Jahren hat Social Media immer weiter an Relevanz gewonnen und ist mittlerweile aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Nicht nur Privatpersonen nutzen die verschiedenen Channel, wie Instagram, Facebook, Twitter und Co., sondern auch die Mehrheit von Unternehmen machen davon für ihr Marketing Gebrauch. Es lohnt sich also, vor dem Bewerbungsgespräch einen Blick auf alle Kanäle zu werfen, um sich über die neuesten Aktivitäten des Unternehmens zu informieren und damit im Interview zu glänzen.

Ablauf eines Bewerbungsgesprächs

Die meisten Bewerbungsgespräche laufen in der Regel ähnlich ab. Zuerst wird ein wenig Smalltalk über das Befinden oder die Anreise gehalten, auch um dir deine Nervosität ein wenig zu nehmen. Anschliessend beginnt das eigentliche Interview. Zu Beginn stellt der/die Recruiter/in sich selbst und das Unternehmen kurz vor. Danach bist normalerweise du an der Reihe, ein wenig mehr über deine Person zu erzählen. Anschliessend werden dir mit grosser Sicherheit einige Fragen zu deinem Anschreiben und vor allem Lebenslauf gestellt. Recruiter suchen sich meist einige Punkte aus, die Sie besonders interessant finden. Hast du besondere Kenntnisse erwähnt oder übst du eine ungewöhnliche Tätigkeit aus, sind dies beliebte Themen zum Fragenstellen. Hat der Recruiter genug Informationen über dich und deine Fähigkeiten, ist es an dir, einige Fragen zu stellen. Dies solltest du auch unbedingt tun, um Interesse zu vermitteln. Du könntest zum Beispiel fragen, wie ein typischer Tag am Arbeitsplatz aussieht, oder wie gross das Team ist, mit dem du zusammenarbeiten wirst. Am Ende des Interview verabschiedet man sich voneinander und der/die Recruiter/in versichert dir, dass er/sie sich in den nächsten Tagen bei dir melden wird. In den seltensten Fällen wird dir der Job direkt am Ende des Gesprächs angeboten. Ist dies der Fall kannst du natürlich um ein wenig Bedenkzeit bitten. Lasse dir nur nicht zu lange Zeit!

Wenn du diese Tipps im Hinterkopf behältst und dich gut auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitest, sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dennoch gibt es typische Fragen im Bewerbungsgesprächs, auf die du dich auf vorbereiten kannst oder DO’S and DONT’S, die du auf jeden Fall noch beachten solltest.

Typische Fragen eines Recruiters

Es gibt einige Fragen, die besonders häufig während eines Vorstellungsgesprächs gestellt werden und bei den meisten Kandidaten reinste Panik hervorrufen. Diese Fragen werden oft absichtlich gestellt, um den Kandidaten aus der Fassung zu bringen. Zum Glück sind viele dieser Fragen bekannt und somit kann man sich darauf gut vorbereiten. Hier findest du einige Beispiele:

1. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Diese Frage ist wohl eine der Bekanntesten überhaupt und wird sehr häufig im Jobinterview gefragt. Mit der Beantwortung dieser Frage tun sich jedoch die Meisten sehr schwer. Deswegen solltest du dir unbedingt im Vorhinein eine passende Antwort zurechtlegen. Sei ehrlich, aber versuche Schwächen, wie Perfektionismus zu vermeiden, da diese so häufig genannt werden und demnach nicht so gerne von Recruitern gesehen werden. Nennst du Stärken wie Verantwortungsbewusstsein, kannst du diese durch ein passendes Beispiel hinterlegen. Hast du vielleicht die Aufsicht über eine Gruppe von Kindern in deinem Sportverein übernommen? Perfekt!

2. Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern? Warum sollten Wir uns für Sie entscheiden?

Bei der Beantwortung dieser Frage solltest du deinen Fokus auf deine Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen setzen. Am besten hinterlegst du diese mit konkreten Beispielen und Erfolgen. Greife auch die in der Stellenanzeige gewünschten Kenntnisse auf. Nicht empfehlenswert sind Antworten wie “weil ich der/die Beste bin”, “Ich weiss es nicht” oder “kann ich nicht beurteilen, weil ich die anderen Bewerber nicht kenne.”

3. Warum wollen Sie genau für Unsere Unternehmen arbeiten?

Hast du dich gut auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet, wirst du diese Frage gut beantworten können, denn hier kannst du perfekt Gebrauch von deinen zuvor recherchierten Informationen machen. Hier solltest du dich genau auf das Unternehmen beziehen. Versuche genau zu erläutern was du daran gut findest und was dich fasziniert. Nennen könntest du zum Beispiel die Weiterbildungsmöglichkeiten oder die Internationale Ausrichtung der Firma. Du könntest auch bestimmte Aktivitäten oder Events aufgreifen, die du besonders gut findest und dadurch dein Interesse verdeutlichen.

4. Wo sehen Sie sich beruflich in 5 Jahren?

Ein weiterer Klassiker unter den Fragen während eines Vorstellungsgesprächs. Diese Frage ist vor allem für Studenten meist schwer zu beantworten. Vielleicht weisst du aber auch schon genau, was du später machen willst? Sehr gut- dann sollte diese Frage kein Problem für dich sein! Du solltest deine Antwort firmenspezifisch auslegen. Hier kannst du gut Fähigkeiten und Kenntnisse nennen, die du erhoffst in den nächsten Jahren zu erlernen.

5. Warum haben Sie eine Lücke im Lebenslauf?

Als Lücke im Lebenslauf wird Alles bezeichnet, was sich über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Monaten erstreckt und nicht erklärt wird. Hier ist die beste Lösung einfach ehrlich zu sein! Hat einem das Studium nicht gefallen und man hat deswegen abgebrochen oder war man über eine lange Zeit krank? Keinen Grund sich zu schämen. Es gibt einige Gründe für eine Lücke im Lebenslauf.Vor allem bei Absolventen ist eine monatelange Jobsuche oft der Fall und schnell ergibt sich eine Lücke im Lebenslauf. Solange man eine gute Erklärung dafür hat, sollte ein Personaler Nichts dagegen sagen. Was man nicht tun sollte, ist Lügen, denn Lügen haben bekanntlich kurze Beine! Gibt man zum Beispiel einen Nebenjob an, den man gar nicht gemacht hat, kann das ganz schnell nach Hinten losgehen und auffliegen. Falschangaben im Lebenslauf sind ein Kündigungsgrund- auch nachträglich!

Weitere Tipps (Do’s and Don’ts)

Für das Bewerbungsgespräch gilt es neben den oben genannten noch einige weitere Tipps zu beachten. Der Erste und Wichtigste von allen ist es, dich nicht zu verstellen, sondern einfach du selbst du sein! Wenn du die folgenden Do’s und Dont’s beachtest, kann so gut wie gar nichts schief gehen.

5 Do’s während eines Bewerbungsgesprächs:

  • Zur Begrüssung ein kurzer und kräftiger Händedruck (zeigt Selbstbewusstsein).
  • Du selbst sein!
  • Selbstbewusst und freundlich auftreten (ein Lächeln kann so viel bewirken).
  • Smartphone unbedingt stumm schalten oder auf Flugmodus stellen!
  • Blickkontakt suchen und auch halten.

5 Don’ts während eines Bewerbungsgesprächs:

  • Lügen! (Lügen haben kurze Beine und fliegen früher oder später auf).
  • Arrogant und unfreundlich sein!
  • Kaugummi kauen!
  • Deinen Gegenüber unterbrechen (wirkt unhöflich und zeugt von Ungeduld).
  • Blickkontakt meiden oder wegschauen (lässt auf Unsicherheit schliessen).

Verhalten nach dem Gespräch

Am Ende eines jeden Bewerbungsgesprächs solltest du dich auf jeden Fall bei dem Recruiter dafür bedanken, dass er sich Zeit genommen hat und dich für die Stelle in Erwägung zieht. Normalerweise wird er dir mitteilen, sich in einiger Zeit, in der Regel in wenigen Tage oder im Laufe der Woche, bei dir zu melden. Darauf solltest du auf jeden Fall warten. Hast du in der Zwischenzeit eine wichtige Frage bezüglich des Jobs oder hast du dich bereits für eine andere Stelle entschieden, solltest du den Recruiter informieren.

Im Fall einer Zusage

Du hast eine Zusage erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Bist du sicher, dass du den Job annehmen möchtest? Toll- dann müssen nun einige Schritte in die Wege geleitet werden, damit du deinen neuen Job auch wirklich antreten kannst. Das Wichtigste ist wohl, dass sowohl du als auch dein neuer Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag unterzeichnen müsst, in dem Themen wie Gehalt und monatliche Stundenzahl etc. geregelt sind. Zögerst du noch, dann ist es völlig legitim, denn Recruiter um ein wenig Bedenkzeit zu bitten! 3-4 Tage sind eine angemessene Zeit um ausgiebig über das Angebot nachzudenken. Viel länger solltest du dir allerdings nicht Zeit lassen.

Im Fall einer Absage

Du hast eine Absage bekommen? Nur nicht den Kopf hängen lassen! Die Absage kann viele Gründe haben, vielleicht hat ein anderer Kandidat hat einfach mehr Erfahrung und damit die Anforderungen besser erfüllt. Versuche das Beste aus der Situation zu machen und sieh es als Erfahrung und Übung für das nächste Bewerbungsgespräch. Vielleicht war es sogar dein erstes Jobinterview? Dann weisst du für das nächste Mal auf jeden Fall besser, wie genau es abläuft und kannst dich noch einen Tick besser darauf vorbereiten.

Bewerbungsgespräch via Skype

Bewirbst du dich für einen Job oder Praktikum im Ausland, ist ein Interview via Skype oder Google Hangouts die häufigste Alternative für ein persönliches Vorstellungsgespräch. Hierfür gelten generell die gleichen Regeln, wie für ein reguläres Gespräch, jedoch gilt es einige weitere Punkte zu beachten.

Vor Beginn des Videoanrufs:

  • Internetverbindung checken und sicherstellen, dass diese stabil ist. Es ist ratsam, den Call mit dem Pc oder Laptop zu machen und nicht mit dem Handy.
  • Kamera und Mikrofon ausprobieren, um festzustellen, ob alles einwandfrei funktioniert. Ein Testanruf bei einem Freund oder Freundin ist eine sehr gute Möglichkeit um alles zu überprüfen. So siehst du auch, ob man im Hintergrund vielleicht einige Dinge sieht, die du besser aufräumen oder für die Zeit besser wegstellen solltest.
  • Abklären, wer wen anruft, damit ihr zum vereinbarten Zeitpunkt gegenseitig aufeinander wartet.

Während des Videoanrufs:

  • In die Kamera schauen! Während eines Sykpe oder Google Hangouts Call neigt man oft dazu, nicht in die Kamera, sondern auf das Bild seines Gegenüber zu gucken, oder gar sich selbst auf dem Bildschirm anzuschauen. Doch solltest du zumindest ab und zu auch in die Kamera schauen und so einen direkten Blickkontakt herzustellen.

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps für das Bewerbungsgespräch weitergeholfen haben und du nun ein wenig entspannter in dein nächstes Jobinterview gehst. Wir wünschen dir viel Erfolg dabei!

Du bist noch auf Jobsuche?

Jetzt kostenlos anmelden!

↑ Nach oben